Prüfverfahren für Schutzbekleidung gegen thermische Auswirkungen eines Störlichtbogens

Aktuell gibt es in Europa zwei normierte Prüfverfahren

  • ATPV nach IEC 61482-1-1:2018

  • Box-Test nach IEC 61482-1-2:2014

Ein Vergleich bzw. ein Umrechnen der Ergebnisse der beiden Prüfverfahren ist nicht möglich, da beide Verfahren auf unterschiedlichen Prüfaufbauten und Prüfparametern basieren.

Die Lichtbogenfestigkeit eines Schutzgewebes entspricht seinem ATVP- oder EBT-Wert (falls der EBT-Wert niedriger ist als ATPV-Wert oder kein ATPV-Wert ermittelt werden kann)


IEC 61482-1-1:2018 – ATPV

In diesem Prüfverfahren wird der thermische Lichtbogenkennwert ATPV bzw. die Aufbrechenergie EBT50 ermittelt.

Die Lichtbogenfestigkeit von Schutzbekleidung wird in der Regel durch den ATPV-Wert (Arc Thermal Performance Value) angegeben. Der ATPV-Wert entspricht der maximalen Hitzeenergie, angegeben in Wärmemenge pro Flächeneinheit (z.B. kJ/m² oder cal/m²), bei der ohne Aufbrechen des Materials mit 50% Wahrscheinlichkeit Verbrennungen zweiten Grades auftreten.

Erfolgt mit 50% Wahrscheinlichkeit das Aufbrechen des Materials unter dem ATPV, muss der EBT50 als Lichtbogenwert angegeben werden. Die Aufbrechenergie EBT entspricht dem maximalen Wert der Hitzeenergie, dem ein Gewebe widerstehen kann, ohne aufzubrechen. Durch ein Aufbrechen des Gewebes können Hitze und Flammen direkt auf den Träger einwirken.


IEC 61482-1-2:2014 – Box-Test

Schutzkleidung, welche nach dem Boxtest IEC 61482-1-2 geprüft und zertifiziert ist, wird einem gerichteten Lichtbogen, erzeugt in einem Niederspannungsstromkreis, ausgesetzt. Es werden zwei Schutzklassen geprüft und gemäß IEC 61482-2 gekennzeichnet.

Innogy SE – Eurotest PIP001

Dieser Test ist ein weiteres Verfahren zur Prüfung der Bekleidung bei Einwirkung von Störlichtbögen, entwickelt durch den Energieversorger RWE als hauseigener Prüfstandard PIP001. Die Bekleidung wird nach Einwirkung des nicht gerichteten Störlichtbogens (10 kA für 1 Sekunde) begutachtet. Die Stollkurve und damit die Verbrennungen zweiten Grades werden ermittelt.

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